Forderungsausfall bei langen Zahlungsfristen


Der Begriff Forderungsausfall oder Forderungsverlust fällt häufig in Zusammenhang mit Versicherungen, wie zum Beispiel der privaten Haftpflichtversicherung oder der KFZ-Haftpflichtversicherung. Ein Forderungsausfall tritt dann ein, wenn der Schuldner, beispielsweise die zu versichernde Person, die Forderungen des Gläubigers, also die Versicherung, nicht oder nur teilweise zurückzahlt. Im Allgemeinen können sowohl Unternehmen, als auch natürliche Personen oder Staaten als Gläubiger auftreten. Erst wenn weder vom Schuldner Zahlungseingänge zu erwarten sind, noch von Personalsicherheiten wie Bürgschaften oder von der Verwertung von gestellten Sachsicherheiten, dann ist nach einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung von einem Forderungsausfall auszugehen.

Forderungsausfall bei langen Zahlungsfristen & nicht Zahlung

Zahlungsausfall

Häufiges Szenario

Sie liefern Ihre Ware aus, oder erbringen eine Dienstleistung, der Kunde lässt sich bei der Zahlung massig Zeit oder gar zahlt nicht.

Abschreibung

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Möglicherweise ist Ihr Kunde zahlungsunfähig und die Rechnung muss auf Jahre abgeschrieben werden.

Liquidität

Gefährdung der eigenen Liquidität

Eine Nichtzahlung kann unter Umständen bei hohen Ausfällen existenzbedrohend für Ihr Unternehmen werden.

Folgen, Absicherung, Risiko

Wie es funktioniert

Forderungen sind mit einem Ausfallrisiko verbunden


Bei jedem Vertrag gibt es Zahlungsfristen und leider sind Fristüberschreitungen keine Seltenheit mehr. Das Ausfallrisiko steigt in der Regel mit der Länge des Zahlungsziels. Ursachen für einen Forderungsausfall gibt es viele. Neben einer generellen Zahlungsunwilligkeit des Schuldners können auch Betrug, Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz Gründe für einen Forderungsausfall sein.

Betrug

Zahlungsunwillig ist ein Schuldner, wenn er zahlungsfähig ist, er aber keine Absichten zeigt die Forderungen und Verbindlichkeiten mit dem Gläubiger zu begleichen.

Zahlungsunfähigkeit

Ist der Schuldner zahlungswillig, aber besitzt nicht die finanziellen Mittel um die Verbindlichkeiten zu begleichen, ist er zahlungsunfähig.

Insolvenz

Die Insolvenz (der typischen Zahlungsunfähigkeit) beschreibt die Situation, dem Gläubiger gegenüber seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen zu können.

Folgen, Absicherung, Risiko

Wie es funktioniert

Was passiert bei einem Forderungsausfall?

Wenn der Schuldner nicht bereit oder nicht in der Lage ist seine Schulden zu begleichen, kann der Gläubiger seine Forderung über den Gerichtsweg durchsetzen. Das kostet Zeit, Nerven und viel Geld welches einem durch die offene Forderung sowieso gerade fehlt.

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Absicherung gegen Forderungsausfälle

Da Forderungsausfälle ein hohes finanzielles Risiko bedeuten können, ist eine entsprechende Absicherung von Vorteil. Im Bereich der Versicherungen können sich Versicherungsnehmer gegen Forderungsausfälle absichern. Tritt ein Schadensfall ein und der Verursacher des Schadens kann oder will nicht die finanziellen Mittel aufbringen für den Schaden aufzukommen, so übernimmt die Forderungsausfall-Versicherung die Kosten für den Schaden und für das Mahnwesen inclusive Inkasso.

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Forderungsausfall als Unternehmerrisiko

Ein Großteil der Firmeninsolvenzen ist auf einen Forderungsausfall zurückzuführen, da das finanzielle Risiko für Unternehmen existenzgefährdend sein kann. Wenn Kunden Ihre offenen Rechnungen für eine erbrachte Leistung oder eine erfolgte Lieferung nicht begleichen können, entsteht ein Liquiditätsengpass. Darunter leidet dementsprechend auch die Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Unternehmens sodass Verbindlichkeiten nicht beglichen und unter Umständen Löhne nicht bezahlt werden können. Durch diesen Dominoeffekt droht im schlimmsten Fall die Insolvenz und es entstehen Forderungsausfälle bei den Kreditgebern oder Gläubigern des Unternehmens. Bei Anmeldung einer Unternehmensinsolvenz stehen die Chancen für Gläubiger meist schlecht, die kompletten Forderungen einzulösen.

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Gründe für Forderungsausfälle bei Unternehmen


Eine häufige Ursache für Forderungsausfälle ist die sinkende Zahlungsmoral. Viele Auftraggeber, besonders Großunternehmen, verzögern Zahlungen. Werden Zahlungsziele nicht eingehalten leiden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen darunter, da diese meist ein höheres Insolvenzrisiko bei Liquiditätsengpässen haben. Darüber hinaus gibt es neben den langen Zahlungszielen oft bestrittene Forderungen oder, besonders in der Baubranche, vorgeschobene Mängeleinreden.

Unternehmen versuchen sich mit einer aufwändigen Bonitätsprüfung gegen das Risiko einer unbezahlten Forderung abzusichern. Die Debitorenbuchhaltung eines Unternehmens überprüft die Bonität von Auftraggebern anhand verschiedener Informationen wie dem bisherigen Zahlungsverhalten, Anfrage von meist nur einer Wirtschaftsauskunft (z.B. SCHUFA, Creditreform etc.) oder anderen Informationen. Die Auskunfteien geben aber lediglich eine Kreditempfhelung ab und meist ergeben sich hier deutlich unterschiedliche Bewertungen. Anhand dieser Bewertungen entscheidet das Debitorenmanagement, welches Zahlungsziel in welcher Höhe eingeräumt wird. Natürlich ist diese Aukunft nicht versichert und die Frage der Fachkompetenz zur Bewertung dieser Sachlage im eigenen Unternehmen muss erlaubt sein! Nach genauer Prüfung der Auftraggeber sollten die Zahlungsbedingungen gegebenenfalls geändert und auf eine Lieferung gegen sofortige Bezahlung oder gegen Vorkasse festgelegt werden.

Alternativ kann Ein Schutz vor Forderungsausfällen mit Hilfe einer Forderungsausfallversicherung bzw. Warenkreditversicherung gewährleistet werden. Der Versicherer übernimmt in diesem Fall zur Schadenverhütung vor Vertragsabschluss mit Ihrem Auftraggeber auch die Bonitätsprüfung. Dabei gewährleistet die Versicherung auch die laufende Überwachung und nutzt dazu diverse Informationsquellen.

Im Falle des Forderungsausfalls leistet die Versicherung bei Zahlungsunfähigkeit, aber auch bei Zahlungsunwilligkeit Ihre Auftraggebers. Danach ist ein konsequentes Forderungsmanagement essentiell, welches die Forderungsausfall-Versicherung natürlich ebenfalls übernimmt. Eine Mahnung ist bei einem Zahlungsverzug auch rechtlich erforderlich, da der Schuldner den Verzugsschaden ersetzen muss und der Gläubiger eine Verzugspauschale und Verzugszinsen für den jeweiligen Verzugszeitraum veranschlagen kann.

Fazit:
Durch eine Forderungsausfallversicherung können Sie sich auch bei Zahlungsausfällen auf Ihr Kerngeschäft fokussieren. Die Kosten und das Risiko sind somit kalkulierbar.
Durch abgesicherte Forderungen kann unter Umstän den auch die Kontokorrentlinie verlängert oder erhöht werden, weil Forderungen durch die Versicherung abgesichert sind und an die Hausbank abgetreten werden können.

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